Willkommen zum Metakognitiven Training (MKT) für Psychose.

Metakognitives Training (MKT) ist ein neuer Ansatz zur Behandlung positiver Schizophreniesymptome. Unten erhalten Sie weitere Informationen (u.a. theoretischer Hintergrund, Durchführungshinweise) sowie Übersichtsartikel zum Download. Um das Manual zu erhalten, registrieren Sie sich bitte hier. Sie gelangen zu den Modulen, indem Sie unten auf die deutsche Flagge klicken. Bitte beachten Sie, dass noch nicht alle Sprachversionen aktualisiert wurden (neueste Version: 6.x). Falls Sie Therapeut sind und Ihnen das MKT für Psychose gefällt, sollten Sie auch unsere anderen Therapieprogramme ausprobieren (klicken Sie z.B. hier für das MKT für Borderline), insbesondere das individualisierte Format MKT+.

Eine aktuelle Meta-Analyse, welche signifikante Effekte für das MKT gegenüber Kontrollbedingungen für Wahn und Positivsymptomatik findet, können Sie hier beziehen.

Empfohlener Beitrag

Während wir das Training Studenten und interessierten Forschern weiterhin kostenlos zur Verfügung stellen möchten, bitten wir niedergelassene Kollegen in eigener Praxis um eine einmalige Zuwendung in Höhe von 30€ für den Download der Materialien (bestehend aus Hunderten von Folien, einem Manual sowie 8 Nachbereitungsbögen). Sofern das MKT im Rahmen einer Institution durchgeführt wird (z.B. psychiatrische oder psychosomatische Klinik, MVZ), so bitten wir die entsprechende Institution um eine einmalige Zuwendung in Höhe von 100€. Um eine Überweisung zu tätigen, klicken Sie bitte hier.

Der Beitrag versteht sich als freiwillige Spende und Sie erhalten selbstverständlich eine Spendenbescheinigung, die beim Finanzamt eingereicht werden kann.

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Einleitung (aus dem deutschen Manual)

Brauchen wir kognitives Training für Patienten mit Schizophrenie?
Die Schizophrenie ist ein komplexes psychisches Störungsbild, dessen Kernsymptome Wahn, Halluzinationen und Ich-Störungen umfassen. Im vergangenen Jahrzehnt hat ein Umdenken in der Behandlung von Patienten mit Schizophrenie stattgefunden. Die pharmakologische Therapie mit Neuroleptika stellt weiterhin die Primärbehandlung dar, jedoch wird ein tief verwurzelter Vorbehalt gegenüber der psychotherapeutischen Behandelbarkeit schizophrener Patienten zunehmend infrage gestellt. Insbesondere angesichts des hohen Anteils von Patienten, die nicht oder kaum auf Neuroleptika ansprechen oder die diese aufgrund von Nebenwirkungen oder mangelnder Krankheitseinsicht absetzen (Byerly, Nakonezny, & Lescouflair, 2007; Elkis, 2007; Voruganti, Baker, & Awad, 2008), ist die Erforschung komplementärer psychotherapeutischer und kognitiver Behandlungsstrategien in den letzten Jahren stark vorangetrieben worden. Vor allem verhaltenstherapeutische Maßnahmen haben sich als sinnvolle Ergänzung der Pharmakotherapie erwiesen (Wykes, Steel, Everitt, & Tarrier, 2008). Das vorliegende metakognitive Training(*) basiert auf den theoretischen Grundlagen der Verhaltenstherapie der Schizophrenie, wählt aber einen anderen Behandlungsansatz.

Was ist metakognitives Training?

Im Rahmen von acht Trainingseinheiten (Modulen) sowie zwei Zusatzmodulen werden den teilnehmenden Patienten kognitive Fehler und einseitige Problemlösestile spielerisch vor Augen geführt, die einzeln oder in der Gesamtheit die Entwicklung von falschen Überzeugungen bis hin zum Wahn begünstigen (Freeman, 2007; Moritz & Woodward, 2007). Die Patienten werden angeleitet, ihr bisheriges Problemlöseverhalten kritisch zu reflektieren, zu verändern und die Inhalte des Trainings im Alltag umzusetzen. Eine Psychose erfolgt selten plötzlich, sondern ihr geht meist eine schleichende Veränderung in der Bewertung eigener Empfindungen sowie der sozialen Umwelt voraus (z.B. Klosterkötter, 1992). Daran knüpfen wir die Hoffnung, dass eine Stärkung der metakognitiven Kompetenz prophylaktisch wirkt. Merkblätter mit Hausaufgaben, die am Ende der Sitzungen ausgegeben werden, sollen diesen Prozess unterstützen.

Am Anfang jeder Einheit stehen psychoedukative Elemente und „Normalisierung“: Mit Hilfe vieler Beispiele und Übungen wird in das jeweilige Themengebiet (z.B. voreiliges Schlussfolgern) eingeführt und die allgemeine Fehlbarkeit menschlicher Kognition thematisiert und illustriert. Im zweiten Schritt werden pathologische Ausformungen der jeweiligen Denkverzerrung besprochen: Den Patienten wird behutsam vermittelt, wie es durch Zuspitzungen (normaler) Denkfallen zu Problemen in der Alltagsbewältigung bis hin zum Wahn kommen kann. Dies wird mit Fallbeispielen zum Thema Psychose veranschaulicht, die den Teilnehmern Gelegenheit für den Austausch von Erfahrungen bieten. Der Patient wird angeleitet, eigene Denkfallen zu erkennen und zu entschärfen. Auch dysfunktionale Copingstrategien (Vermeidung, Gedankenunterdrückung), die sukzessive durch hilfreichere Bewältigungsstrategien ersetzt werden sollen, kommen in diesem Kontext zur Sprache.

Zu den problematischen Denkstilen, welche als mögliche Entstehungsmechanismen für Wahn diskutiert werden, zählen Verzerrungen des Zuschreibungsstils (z.B. ein selbstdienlicher Zuschreibungsstil, Modul 1), voreiliges Schlussfolgern (Modul 2 und 7), mangelnde Korrigierbarkeit (Modul 3), Defizite der sozialen Einfühlung (Modul 4 und 6), übermäßige Urteilssicherheit für Gedächtnisfehler (Modul 5) und depressive Denkschemata (Modul 8; Zusatzmodule zu Stigma und Selbstwert). Einschränkend muss darauf hingewiesen werden, dass manche der den acht Modulen zugrunde liegenden theoretischen Annahmen empirisch zwar gut belegt, jedoch weiterhin Gegenstand aktueller Forschungsdebatten sind (Freeman, 2007).

Die Behandlungsmodule werden im Rahmen einer Gruppenintervention durchgeführt. Das Metakognitive Training verfolgt das übergeordnete Ziel, die „kognitive Infrastruktur“ des Wahns zu stören. In neueren Versionen des MKT wurde daher der Bezug zwischen den behandelten Denkstilen mit Wahn und Psychose stärker hervorgehoben. Zu Beginn unseres Vorhabens befürchteten wir, dass ein zu direktes und symptom-orientiertes Vorgehen viele Patienten überfordern könnte. Diese Sorge hat sich jedoch nicht bewahrheitet. Eine tiefergehende Auseinandersetzung mit individuellen Wahnthemen soll dennoch therapeutischen Einzelgesprächen vorbehalten sein. Die Materialien des Metakognitiven Trainings können hierfür selbstverständlich verwendet werden. Ab 2010 liegt zudem eine „Individualisierte Metakognitive Therapie für schizophrene Patienten“ (MKT+) vor, die aufbauend auf dem Gruppenansatz vielfältige Materialien für eine Einzeltherapie enthält (Moritz, Veckenstedt, Randjbar & Vitzthum, 2010).

Worum geht es im MKT?

Das MKT zielt auf das Erkennen und die Bearbeitung kognitiver Verzerrungen, die bei der Psychose eine Rolle spielen. Die folgende Abbildung soll auf lustige Weise eines der Hauptziele des MKT veranschaulichen: man sollte sich nicht zu voreiligen Schlussfolgerungen verleiten lassen, wenn nur wenige Informationen vorliegen. Im Beispiel: Gesichtsausdrücke sind ein Hinweis aber kein einhundertprozentiger Beweis, um auf Emotionen zu schließen. Andere Hinweise sollten ebenfalls berücksichtigt werden (das Beispiel ist übrigens auf viele andere Politiker und öffentliche Personen übertragbar, die nicht eben für ihr reges Mienenspiel bekannt sind, z.B. Wolfgang Schäuble oder Peer Steinbrück).

Die vielen Gesichter von Wladimir Putin
Abbildung 1. Die vielen Gesichter des Wladimir Putin

Es war uns wichtig, kein „trockenes“ Trainingsprogramm zu entwickeln. Durch den interaktiven und unterhaltenden Charakter des Programms soll die Aufmerksamkeit der Patienten gefesselt und die Nachhaltigkeit der Trainingseffekte gesteigert werden. Entsprechend wurde auch auf "Pauk"-Aufgaben gänzlich verzichtet. Basale kognitive Störungen, wie z.B. Konzentrationsdefizite, sind daher nicht Gegenstand des Programms. Unseres Erachtens ist es fraglich, ob diese Störungen als spezifische Risikofaktoren der Schizophrenie zu betrachten sind. Vielfach sind entsprechende Auffälligkeiten auch bei anderen psychiatrischen Gruppen zu finden.

Da die Einheiten des Metakognitiven Trainings zumeist selbsterklärend sind und um eine möglichst individuelle Gestaltung des Trainings zu ermöglichen, waren wir bestrebt, das Manual kurz zu halten.

(*) Metakognition lässt sich beschreiben als „das Denken über unser Denken“. Metakognition beinhaltet sowohl unsere Fähigkeit, Entscheidungen situationsgemäß auszuwählen, als auch die Art und Weise, wie wir Informationen bewerten, gewichten und wie wir mit möglichen kognitiven Einschränkungen umgehen.

Worum geht es im MKT II

Klopp-Gesicht

Abbildung 2. Das weltberühmte „Klopp-Gesicht“ kann vieles bedeuten. Geballte Faust, gebleckte Zähne und verengte Augen scheinen Ärger zu signalisieren. In diesem Fall drücken sie jedoch Freude über einen Sieg aus! Ziel des MKT ist es, sich nicht zu schnell zu festen unverrückbaren Urteilen verleiten zu lassen.

Copyright

Es gelten die gesetzlichen Bestimmungen des Urheberrechts (z.B. keine Verfremdung der Materialien, keine Einarbeitung von Folien in andere Anwendungsprogramme ohne Rücksprache mit den Autoren). Die Durchführung von Kursen, Präsentationen und/oder Workshops zum MKT oder MKT+ ist nicht gestattet ohne vorige schriftliche Zustimmung von Prof. Dr. Steffen Moritz.

Übersichtsartikel aktueller Forschungsbefunde zum MKT

Moritz S., Andreou, C., Schneider, B. C, Wittekind, C. E., Menon, M., Balzan, R. P. & Woodward, T. S. (2014). Sowing the seeds of doubt: a narrative review on metacognitive training in schizophrenia. Clinical Psychology Review, 34, 358-366. (Download article)

Moritz, S., Veckenstedt, R., Bohn. F., Köther, U. & Woodward, T. S. (2013). Metacognitive training in schizophrenia. Theoretical rationale and administration. In D. L. Roberts & D. L. Penn (Eds.), Social cognition in schizophrenia. From evidence to treatment (pp. 358-383). New York: Oxford University Press. (Download article)

Moritz, S., Vitzthum, F., Randjbar, S., Veckenstedt, R. & Woodward, T. S. (2010). Detecting and defusing cognitive traps: metacognitive intervention in schizophrenia. Current Opinion in Psychiatry, 23, 561-569.
(Download article)

Moritz, S. & Woodward, T. S. (2007): Metacognitive training in schizophrenia: from basic research to knowledge translation and intervention. Current Opinion in Psychiatry, 20, 619-625. (Download article)