Empfohlener Beitrag & e-learning MKT
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Das Metakognitive Training bei problematischem Glücksspielverhalten (Glücksspiel-MKT; Gehlenborg, 2019) ist ein Gruppenangebot, das auf die Behandlung von glücksspielspezifischen kognitiven Verzerrungen abzielt. Diese beziehen sich auf die Überschätzung der eigenen Einflussmöglichkeiten und Gewinnchancen beim Glücksspiel. Das Training besteht aus acht Modulen. Die glücksspielspezifischen Denkverzerrungen und Besonderheiten in der Informationsverarbeitung werden in den Modulen Attributionsstil, Wahrscheinlichkeiten I und II sowie Gedächtnis thematisiert. Darüber hinaus erhalten TeilnehmerInnen Unterstützung dabei, ihre finanziellen Belastungen anzugehen (Modul Schuldenregulierung). Weiterhin wurden zwei Module in das Training aufgenommen, die sich mit dem Umgang mit Spieldrang und der Rückfallprophylaxe beschäftigen, um der hohen Rückfallgefahr bei einer Glücksspielproblematik entgegen zu wirken. Aufgrund der hohen Komorbidität zu depressiven Störungen (30-40%) beinhaltet das Training ein Modul zum Thema Selbstwert sowie ein Zusatzmodul zum Thema Depression, das depressive Denkverzerrungen (z.B. geistiger Filter) bearbeitet. Die Module beinhalten unterhaltsame und anschauliche Übungen, um ein spielerisches Aufdecken und Bearbeiten von Denkverzerrungen zu ermöglichen, die sowohl zur Entstehung als auch zur Aufrechterhaltung problematischen Glücksspielverhaltens beitragen. Darüber hinaus wird mit zahlreichen Bildern und Abbildungen gearbeitet, um eine anregende Trainingsatmosphäre zu schaffen. Am Ende jedes Moduls werden die wichtigsten Lernziele der jeweiligen Sitzung zusammengefasst. Zu jedem Modul existiert ein Nachbereitungsbogen mit Zusammenfassungen des Gelernten sowie weiterführenden Übungen. Die Nachbereitungsbögen sind in einem Begleitbuch zum Glücksspiel-MKT zusammengefasst.

Wirksamkeit

Eine erste unkontrollierte Pilotstudie des Glücksspiel-MKT (Gehlenborg et al., 2020) zeigt eine hohe Akzeptanz durch TeilnehmerInnen und liefert erste Belege für die Machbarkeit und Sicherheit der Intervention. Über 80% der TeilnehmerInnen gaben an, dass sich ihre Symptomatik durch die Intervention verbessert hat und sie erneut an dem Training teilnehmen würden. Knapp 90% würden das Training weiterempfehlen. Nach dem achtwöchigen Training zeigte sich eine Reduktion der Glücksspielsymptomatik sowie glücksspielspezifischer Denkverzerrungen mit moderater bis großer Effektstärke. Basierend auf den Ergebnissen der Pilotstudie wurden die Materialien des Glücksspiel-MKT überarbeitet.

Zur weiteren empirischen Evaluation der Effektivität des Gruppentrainings planen wir eine randomisiert-kontrollierte Studie. Hierfür sind wir auf der Suche nach Kooperationspartnern. Wenn Sie das Glücksspiel-MKT in Ihrer klinischen Einrichtung oder Praxis durchführen möchten und/oder Interesse an einer Studienkooperation haben (kostenlose Schulung für TrainerInnen!), kontaktieren Sie uns gerne unter j.gehlenborg@uke.de. Wir freuen uns von Ihnen zu hören. Die Materialien stellen wir Betroffenen und Behandelnden kostenlos zur Verfügung.

Hauptbeteiligte:
  • M. Sc. Josefine Gehlenborg
  • Dr. Lara Bücker
  • M.Sc. Mira Berthold
  • Prof. Dr. Steffen Moritz

Publikationen

Gehlenborg, J., Bücker, L., Berthold, M., Miegel, F., & Moritz, S. (2020). Feasibility, acceptance and safety of metacognitive training for problem and pathological gamblers (Gambling-MCT): A pilot study. Journal of Gambling Studies. https://doi.org/10.1007/s10899-020-09975-w

Gehlenborg, J. (2019). Evaluation der Akzeptanz und Machbarkeit eines Metakognitiven Trainings für Menschen mit problematischem Glücksspielverhalten. Unveröffentlichte Masterarbeit, Westfälische Wilhelms-Universität Münster, Deutschland.