Das B-MKT ist auf der Grundlage des Metakognitiven Training für schizophrene Patienten (MKT) entstanden und versteht sich als Baustein innerhalb einer umfassenden multimodalen Behandlung für Menschen mit einer emotional-instabilen beziehungsweise Borderline-Persönlichkeitsstörung. Das Training setzt vor allem an den kognitiven Verzerrungen des Störungsbildes an und beabsichtigt deren Modifikation bzw. "Begradigung". Erste Studien bestätigen die Wirksamkeit des B-MKT (Schilling et al., 2015). Nachfolgend erhalten Sie weitere Informationen zum Training (u.a. theoretischer Hintergrund, Durchführungshinweise) sowie die Materialien für die Gruppe. Sie gelangen zu den Modulen, indem Sie unten auf die deutsche Flagge klicken.

Empfohlener Beitrag

Während wir das Training Studenten und interessierten Forschern weiterhin gerne kostenlos zur Verfügung stellen möchten, bitten wir niedergelassene Kollegen in eigener Praxis um eine einmalige Zuwendung in Höhe von 30€ für den Download der Materialien (bestehend aus Hunderten von Folien, einem Manual sowie 8 Nachbereitungsbögen). Sofern das B-MKT im Rahmen einer Institution durchgeführt wird (z.B. psychiatrische oder psychosomatische Klinik, MVZ), so bitten wir die entsprechende Institution um eine einmalige Zuwendung in Höhe von 100€. Um eine Überweisung zu tätigen, klicken Sie bitte hier.

Der Beitrag versteht sich als freiwillige Spende und Sie erhalten selbstverständlich eine Spendenbescheinigung, die beim Finanzamt eingereicht werden kann.

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Worum geht es im Metakognitiven Training - Borderline?

Die Symptomatik der Borderline-Persönlichkeitsstörung ist v.a. von abrupt einsetzenden Zuständen intensiver emotionaler Erregung gekennzeichnet, die häufig in selbstschädigendem Verhalten resultiert. Neben dem Leitsymptom der Affektdysregulation manifestiert sich die Symptomatik u.a. auch in einer Instabilität des Selbstbildes, Problemen in der sozialen Interaktion, Impulsivität sowie Defiziten in der kognitiven Funktionsfähigkeit (z.B. dissoziative Symptome, dysfunktionale Informationsverarbeitung). Kognitiven Auffälligkeiten, wie dichotomem Denken und Aufmerksamkeitsverzerrungen, wird bei der Entstehung und Aufrechterhaltung der Affektregulations- und der Interaktionsproblematik eine zentrale Rolle zugeschrieben.

In einer eigenen Studie konnten wir Auffälligkeiten bezüglich der sozialen Kognition, des Zuschreibungsstils sowie weiterer ungünstiger Denkmuster bestätigen (für eine genauere Darstellung der Ergebnisse siehe Publikationen). Wir fanden u.a. eine überhöhte (unvorsichtige) Urteilssicherheit bei PatientInnen mit BPD sowie eine Neigung zu monokausalen Schlussfolgerungen. Während BPD Patientinnen hier teilweise dem Ergebnisprofil schizophrener Patienten ähnelten, waren in anderen Domänen deutliche Unterschiede nachweisbar. Basierend auf den Ergebnissen der eigenen Vorstudie sowie anderen mehrfach replizierten Befunden aus der kognitiven Grundlagenforschung wurden die Trainingseinheiten des Metakognitiven Training für Schizophrenie (siehe www.uke.de/mkt) vollständig modifiziert und an die störungsspezifischen (dysfunktionalen) Denkmuster von Borderline-Patienten adaptiert. Mit der Unterstützung bisheriger Gruppenteilnehmer wurden überdies zahlreiche alltagsnahe Beispiele ergänzt und das Material stetig überarbeitet.

Das Metakognitive Training – Borderline (B-MKT) ist ein Therapiebaustein, der v.a. an den kognitiven Verzerrungen bei Borderline ansetzt. Im Zentrum der Therapie stehen jene Denkstile, die nach den Ergebnissen verschiedener Studien an der Entstehung und Aufrechterhaltung der Borderline-Persönlichkeitsstörung beteiligt zu sein scheinen, z.B. Katastrophisieren oder ein veränderter Zuschreibungsstil. Das Training findet derzeit im Rahmen einer Gruppenbehandlung mit 3-10 Teilnehmern auf der Station für Persönlichkeitsstörungen der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie am UKE statt und umfasst insgesamt 8 Trainingseinheiten. Mit Hilfe des Trainings soll die eigene Wahrnehmung ungünstiger Denkmuster gefördert und diese verändert werden. Erste Hinweise für einen Nutzen des Trainings liegen aus einer Vorstudie mit insgesamt 57 Patienten vor. Dabei konnte eine Abnahme der Symptomatik, ermittelt über die Borderline-Symptom Liste, nachgewiesen werden. Methodische Schwächen der Vorstudie (z.B. keine Verifikation der Diagnose mittels eines standardisierten Interviews und kein Kontrollgruppendesign) wurden durch eine weitere Studie ausgeräumt, in der zudem die spezifische Wirksamkeit des Trainings über die Standardbehandlung hinaus nachgewiesen werden konnte. Eine Publikation befindet sich in Vorbereitung.

Hauptbeteiligte

  • Dipl.-Psych. Lisa Schilling (Asklepios Klinik Nord)
  • Dipl.-Psych. Julia Bierbrodt
  • M.Sc. Katharina Kolbeck
  • Prof. Dr. Steffen Moritz

Kooperationspartner

  • PD Dr. Matthias Nagel
  • Dr. Andreas Schindler
  • Prof. Dr. Carsten Spitzer

Publikationen

Moritz, S., Schilling, L., Wingenfeld, K., Köther, U., Wittekind, C., Terfehr, K. & Spitzer, C. (2011). Psychotic-like cognitive biases in borderline personality disorder. Journal of Behavior Therapy and Experimental Psychiatry, 42, 349-354.

Schilling, L., Moritz, S., Schneider, B., Bierbrodt, J. & Nagel, M. (2015). Attributional ‘tunnel vision’ in patients with borderline personality disorder. Journal of Personality Disorders, 29, 839-846.

Schilling, L., Moritz, S., Köther, U. & Nagel, M. (2015). Preliminary results on acceptance, feasibility, and subjective efficacy of the add-on group intervention Metacognitive Training for Borderline Patients. Journal of Cognitive Psychotherapy, 29, 153-164.

Schilling, L., Köther, U. Nagel, M., Agorastos, A. & Moritz, S. (2013). Kognitive Verzerrungen bei Patienten mit einer Borderline-Persönlichkeitsstörung und deren Behandlung durch das "Metakognitive Training - Borderline". Zeitschrift für Psychiatrie, Psychologie und Psychotherapie, 61, 239-246.

Schilling, L., Wingenfeld, K., Spitzer, C., Nagel, M. & Moritz, S. (2013). False memories and memory confidence in borderline patients. Journal of Behavior Therapy and Experimental Psychiatry, 44, 376-380.

Schilling, L., Wingenfeld, K., Löwe, B., Moritz, S., Terfehr, K., Köther, U. & Spitzer, C. (2012). Normal mind-reading capacity but higher response confidence in borderline personality disorder patients. Psychiatry and Clinical Neurosciences, 66, 322-327.

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