Sehr geehrte Betroffene, sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen,

wir haben zwei neue Selbsthilfetechniken zur Reduzierung des Suchtverlangens entwickelt und stellen diese Techniken Menschen mit Alkoholproblemen kostenlos zur Verfügung. Nachfolgend stellen wir die Methoden kurz vor, die unten zum Download bereit stehen.

Retraining

Das Retraining ist eine neue psychologische Technik zur Reduktion des Suchtverlangens, welche in einer Reihe von Studien die nach einem Jahr überprüfte Rückfallquote signifikant (d.h. nicht zufällig) senken konnte. Dieses eigentlich computergestützte Verfahren haben wir dahingehend weiter entwickelt, dass es nun auch ohne Computer und somit deutlich flexibler und individualisierter durchgeführt werden kann. In einer ersten Studie an 84 Personen mit problematischem Trinkverhalten konnten wir nachweisen, dass das Suchtverlangen und die Trinkmenge durch die Anwendung der neuen Technik signifikant abnahmen; insgesamt 75% der Personen der Retraining-Gruppe berichteten eine Reduktion des Trinkkonsums (keiner der Teilnehmer berichtete eine Steigerung). Der Leitfaden „Nachdenken statt Nachschenken“ steht ihnen unten kostenlos zur Verfügung.

Assoziationsspaltung für problematischen Alkoholkonsum

Die Methode beruht auf einer Behandlungstechnik, die wir zunächst für Menschen mit Zwängen erarbeitet haben, d.h. Personen, die unter aufdringlichen und quälenden Gedanken leiden (sogenannte Zwangsgedanken). Unsere Erfahrungen damit sind sehr ermutigend (siehe auch hier). Nach drei Wochen berichteten bis zu 42% der Teilnehmer einen deutlichen Rückgang ihrer Beschwerden. Die als „Assoziationsspaltung“ bezeichnete Technik stellt somit eine erfolgversprechende Behandlungsstrategie bei Zwang dar.

Kollegen machten uns darauf aufmerksam, dass hartnäckige Gedanken, die der Betroffene vergeblich abzuschütteln versucht, auch ein Kernmerkmal anderer psychischer Störungen sind, insbesondere der Alkoholabhängigkeit. In diesem Fall sind die sich aufdrängenden Gedanken Teil des Suchtverlangens, welches zu vermehrtem Konsum und somit in die Abhängigkeit führen kann bzw. diese aufrechterhält. Wir haben die Methode „Assoziationsspaltung“ für die Alkoholkrankheit angepasst. Wie stark der Nutzen der Methode bei der Alkoholabhängigkeit ist, soll durch Studien geklärt werden.

Leitfaden

Wir sind auf Ihre Erfahrungen und Anregungen angewiesen, um die Techniken sowie die Verständlichkeit der Manuale weiter zu optimieren. Bitte nehmen Sie sich die Zeit für eine Rückmeldung an Steffen Moritz (moritz@uke.de).

Bitte um Spende/ Sponsoren

Wir sind bestrebt, diese sowie andere Entwicklungen unserer Arbeitsgruppe weiterhin kostenlos im Internet zugänglich zu machen, zumal wir wissen, dass viele Betroffene über wenig Geld verfügen. Dennoch würden wir uns freuen, wenn Menschen, die uns in dieser Arbeit unterstützen möchten und/oder von der Anwendung profitiert haben, z.B. online eine Spende leisten. Selbstverständlich wird Ihnen auf Wunsch eine offizielle Spendenbescheinigung ausgestellt, die Sie steuerlich geltend machen können, da unsere Einrichtung als gemeinnützig anerkannt ist. Das Geld soll u.a. dazu dienen, Übersetzungen zu erstellen und eine Therapievergleichsstudie zu finanzieren.