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Beta-Version der Zusatzmodule zur Behandlung von Suizidalität (D-MKT/S)

Wie die meisten psychotherapeutischen Interventionen greift das Metakognitive Training bei Depression (D-MKT) in seiner Originalversion das Thema Suizidalität nicht explizit auf. Da Suizidalität bei Depression aber häufig eine Rolle spielt, war es uns ein Anliegen, auch diesen Punkt in unserem Training zu berücksichtigen. Daher haben wir zwei Zusatzmodule zum D-MKT entwickelt, die dieses Thema adressieren. Die Inhalte sind so aufbereitet, dass auch Menschen mit Depression, die nicht unter Suizidalität leiden, von den Modulen profitieren können. Suizidalität wird dabei als eine Form von selbstschädigendem Verhalten aufgefasst. Damit haben wir einen breiten Zugang zu dem Thema gewählt, dessen Hauptziel es ist „Zweifel zu säen", um vorschnelle Entscheidungen in einer Krise (z.B. die Entscheidung für einen Suizidversuch) zu verhindern.

Das erste D-MKT/S-Modul beschäftigt sich mit Hilf- und Hoffnungslosigkeit, das zweite mit Schuldgefühlen. Beide widmen sich – der Tradition unserer MKTs folgend – vor allem der Veränderung von suizidspezifischen dysfunktionalen Kognitionen. Daneben werden im Training auch konkrete Handlungsanweisungen, z.B. in Form einer „roten Karte“ mit Kontaktinformationen für den Krisenfall, zur Verfügung gestellt.

Die entwickelten D-MKT/S-Module wurden im Rahmen einer Pilotstudie an 48 Personen mit Depression (mit und ohne Suizidalität) im stationären Setting eingesetzt. Anstelle der D-MKT-Module 1 und 5 wurden hierzu die beiden D-MKT/S-Module vorgegeben. In der Studie zeigten sich positive Effekte im Hinblick auf die Sicherheit, die Durchführbarkeit und die Effektivität der Module (Jelinek et al., 2020). Vor allem die Akzeptanz der Module durch die Patient:innen war gut: Sie bewerteten die zusätzlichen Module grundsätzlich in einer ähnlich positiven Weise wie die bereits etablierten Module des Trainings. Allerdings bewerteten sie die neuen Module im Mittel als belastender als die Originalmodule des D-MKT. Es zeigten sich allerdings keine Hinweise für Ansteckungseffekte (Werther-Effekt) oder eine Zunahme der Suizidalität bei den stationären Patient:innen.

Aktuell überarbeiten wir die Module auf der Basis der Befunde der Pilotstudie. Die Beta-Version der Module, so wie sie ursprünglich in der Studie verwendet wurden, stehen unten zum Download für Behandelnde zur Verfügung.

Hauptbeteiligte

  • Prof. Dr. Lena Jelinek
  • Dr. Judith Peth (Institut und Poliklinik für Medizinische Psychologie UKE, Hamburg)
  • Prof. Dr. Sönke Arlt (Evangelisches Krankenhaus Alsterdorf, Hamburg)
  • Dr. Anne Runde (Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie, UKE, Hamburg)
  • Prof. Dr. Steffen Moritz

Publikationen

Jelinek, L., Hauschildt, M. & Moritz, S. (2015). Metakognitives Training bei Depression. Weinheim: Beltz.

Jelinek, L., Peth, J., Runde, A., Arlt, S., Scheunemann, J. & Gallinat, J. (2020). Metacognitive Training for Depression: Safety and feasibility of two new treatment modules to reduce suicidality. Clinical Psychology and Psychotherapy, 3, 669–681. doi: https://doi.org/10.1002/cpp.2529